Wie die Nüsse ihre Unschuld verloren

Heute stand ich beim Einkaufen vor dem Regal mit den Nüssen. Die Entscheidung für einen Beutel Mandeln war quasi schon gefallen. Dann fiel mein Blick auf den Aufdruck der Herkunftsbezeichnung. Sie kamen aus Spanien.

Nun weiß ich, dass der Anbau von Nüssen sehr viel Wasser erfordert. Und das in Spanien, einem der trockensten Länder Europas? Nein. Ich habe sie wieder zurückgestellt, denn ich musste an die Lektüre eines Fachartikels aus Südafrika denken. Dort ist der Klimawandel bereits Realität, und dass dieser Artikel noch nicht einmal von einer grundsätzlich kritischen Organisation kam, sondern war das öffentliche Statement einer erzeugernahen Initiative war, gibt ihm nur umso mehr Zündstoff.

Darin wird detailliert beschrieben, wie die Ausbeutung trockener Gebiete das verdrängt, was einmal der gesunde Kreislauf der Natur war. Kurz und simpel: Indem es wärmer und trockener wird, sinkt der Ertrag. Die Risiken, mit denen sich entsprechende Länder konfrontiert sehen, sind Hunger, Armut, Krankheiten, Zusammenbruch von Infrastruktur, Ökosystem und biologischer Vielfalt. 

Wer kann das wollen? Eigentlich doch niemand. Eine gesunde Reaktion wäre also, den Konsum zu reduzieren. Wenn unsere Lebensmittel faire Preise hätten, würde sich das ganz von selbst ergeben. Dann wären zum Beispiel Nüsse nicht mehr der billige Snack für zwischendurch, sondern etwas Besonderes, das man selten isst. Wäre das schlimm? Ich finde nicht. Eigentlich müsste es nicht so viele Mandeln geben, dass noch bis kurz vor Ostern bei den Discountern das billige Weihnachtsmarzipan vertrocknet. Oder?

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